Creator werden heißt hier: Sie produzieren eigene erotische Inhalte und verkaufen sie selbst, zum Beispiel als Abo, als Einzelvideo oder im Live-Chat. Das ist Erwachsenen vorbehalten. Das Mindestalter ist 18. Planen Sie außerdem den Identitätsnachweis bei der Plattform ein.

Dieser Ratgeber zeigt, was vor dem Start zu klären ist, welche Plattformtypen es gibt und wo die Risiken liegen. Verdienstbeispiele finden Sie hier nicht: Entscheidend für Ihren Einstieg sind zunächst die Bedingungen und Ihre eigenen Grenzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Mindestalter 18; klären Sie vor der Anmeldung die erforderlichen Identitätsnachweise.
- Wer mit anderen Personen produziert, muss deren Freigabe nach den Regeln der jeweiligen Plattform klären.
- Prüfen Sie, wie die Plattform Ihren Anteil berechnet und wann sie auszahlt.
- Fansly und CAM4 verlangen laut Anbieter Steuerdaten von Creatorn in der EU.
Was bedeutet Creator werden?
Ein Creator stellt eigene Inhalte her; hier geht es um den Verkauf erotischer Inhalte über Plattformen. MyDirtyHobby schreibt in seinen Nutzungsbedingungen ausdrücklich, dass Darsteller ihre Preise selbst festlegen und die Plattform darauf keinen Einfluss hat. Im Lexikon-Eintrag zum Content Creator finden Sie die Begriffe kurz erklärt.
Planen Sie neben der Produktion auch Zeit für Marketing, Kundenkontakt und Buchhaltung ein. Klären Sie vor dem Start, wie Sie Steuern und den Schutz Ihrer Privatsphäre organisieren.
Voraussetzungen: Alter, Identität und Mitwirkende
Alter und Ausweis
Fansly verlangt laut Anbieter, dass Sie mindestens 18 und im eigenen Land volljährig sind. Die Bewerbung läuft in zwei Schritten: erst die Identitätsprüfung über einen Dienstleister, dann der Antrag. Neben dem Ausweis verlangt Fansly Selfie und Video; bei CAM4 laden Sie ID-Dokumente hoch, und Konten Minderjähriger werden sofort gesperrt.
Big7 nimmt nur Erwachsene ab 18 auf und verlangt einen gültigen amtlichen Ausweis. MyDirtyHobby kann ebenfalls Dokumente zum Alters- und Identitätsnachweis verlangen. Halten Sie die für Ihre Plattform erforderlichen Nachweise bereit, bevor Sie den Antrag beginnen.
Einwilligung und Nachweise für Mitwirkende
Wollen Sie mit anderen Personen produzieren, reicht das Einverständnis allein nicht. Bei Fansly dürfen Inhalte mit weiteren Personen laut Anbieter erst nach Freigabe erscheinen. Dafür gibt es drei Wege: eine Anfrage an andere Fansly-Creator, einen sicheren Link für Personen ohne Konto oder die manuelle Abgabe der Unterlagen. Bei der manuellen Abgabe gehören ein unterschriebenes Einverständnis, ein Ausweis und ein Selfie zu den Unterlagen; die Prüfung kann bis zu sieben Tage dauern.
Bei Big7 geben Sie Namen und Ausweisnummern aller Mitwirkenden an und holen vorher deren ausdrückliche schriftliche Erlaubnis ein. Inhalte, in denen Sie selbst nicht auftreten, sind dort nicht erlaubt. Planen Sie diese Schritte ein, bevor Sie drehen, und holen Sie die Unterlagen vorher ein.
Welche Plattformtypen gibt es?
Grob unterscheiden sich drei Modelle. Welches zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie Sie arbeiten möchten.
- Fan-Plattformen wie OnlyFans: Laut Berichten gehören Abos, Einzelinhalte und Trinkgelder zum Angebot. Das passt, wenn Sie regelmäßig veröffentlichen und eine eigene Fangemeinde aufbauen wollen.
- Amateurportale wie Big7 oder VXModels, die Creator-Seite von Visit-X: Videos, Bilder und Chat laufen über ein bestehendes Portal. Laut VXModels ist keine Mindestzahl an Followern nötig, und zu den Einnahmequellen zählen Live-Chats, Videos und Messenger-Umsätze.
- Camseiten wie CAM4: Sie senden live und erhalten Trinkgelder in Tokens. Das passt, wenn Sie spontane Interaktion mögen.
Der Vergleich der Amateurportale hilft bei der Orientierung im Angebot. Prüfen Sie für Ihre Auswahl anschließend die Bedingungen für Creator in unserer Vertiefung unten.
Kosten und Auszahlung
Prüfen Sie, wie die Plattform Ihren Anteil an den Einnahmen berechnet. Big7 zahlt Amateuren laut AGB 25 Prozent netto der Netto-Vergütung für den jeweiligen Inhalt. Die Anbieterhilfen nennen bei Fansly je nach Auszahlungsweg Mindestbeträge zwischen 20 und 100 US-Dollar und bei CAM4 50 US-Dollar. Hinzu können Gebühren kommen: VXModels nennt für Auszahlungen außerhalb Deutschlands 10 Euro.
Fansly hält Einnahmen sieben Tage zurück, Big7 rechnet monatlich ab. Rechnen Sie also mit einer Wartezeit, bis Geld ankommt. Vergleichen Sie erwartete Einnahmen mit Ihren Kosten und Ihrem Zeitaufwand. Bevor Sie sich festlegen, lesen Sie die aktuellen Bedingungen des Anbieters.
Das bleibt offen
Den aktuellen Creator-Anteil bei Fansly sollten Sie vor dem Start direkt klären. Auch Ihre steuerliche Einordnung braucht eine individuelle Prüfung: Fachquellen nennen Gewerbe oder, je nach Tätigkeit, eine selbständige beziehungsweise freiberufliche Tätigkeit.
Risiken, die Sie kennen sollten
- Privatsphäre: Ein Künstlername ersetzt keinen Identitätsnachweis gegenüber der Plattform. VXModels erlaubt laut Anbieter einen Künstlernamen; Fansly und CAM4 verlangen Steuerdaten von Creatorn in der EU. Klären Sie deshalb getrennt, welche Angaben Fans sehen und welche Daten die Plattform benötigt.
- Steuern und Gewerbe: Klären Sie vor dem Start, welche Anmeldungen und steuerlichen Pflichten für Ihre Tätigkeit gelten. Fansly behält keine Steuern ein; Big7 weist Amateure in den AGB ausdrücklich auf ihre eigene Verantwortung hin.
- Impressum: Wer außerhalb der Plattform eine eigene Seite betreibt, kann impressumspflichtig sein. Lassen Sie Ihre Pflichten vor der Veröffentlichung klären.
- Abhängigkeit: Die Plattform legt ihre Vertragsregeln fest. Big7 kann Verträge mit Amateuren mit 14 Tagen Frist kündigen, Amateure dagegen jederzeit ohne Frist. Berücksichtigen Sie diese Fristen bei Ihrer Planung.
- Weiterverbreitung: Überlegen Sie vor der Veröffentlichung, welche Folgen eine unerwünschte Weiterverbreitung für Sie hätte. Richten Sie Ihre persönlichen Grenzen daran aus.
Wie es weitergeht
Haben Sie Alter, Ausweis und eventuelle Mitwirkende geklärt, vergleichen Sie die Plattformbedingungen. Klären Sie auch Steuern, Impressum und Ihren Schutz vor dem Start. Unsere Vertiefungen:
- Plattformen für Creator im Überblick: Bedingungen, Anteile und Auszahlung
- Steuern, Gewerbe und Impressum: Fragen für Ihre Vorbereitung und Beratung
- Anonym bleiben als Creator: Schutz Ihrer Privatsphäre
Dieser Ratgeber ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vor der Anmeldung und lassen Sie rechtliche und steuerliche Fragen zu Ihrer Tätigkeit klären.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter kann man Creator werden?
Für erotische Inhalte müssen Sie mindestens 18 sein. Fansly verlangt laut Anbieter zusätzlich, dass Sie im eigenen Land volljährig sind. Big7 nimmt ebenfalls nur Erwachsene ab 18 auf.
Muss ich mich als Creator ausweisen?
Fansly verlangt laut Anbieter einen Ausweis, ein Selfie mit Ausweis und ein Video; bei CAM4 laden Sie ID-Dokumente hoch. Big7 verlangt in seinen AGB einen gültigen amtlichen Ausweis. MyDirtyHobby kann Dokumente zum Alters- und Identitätsnachweis verlangen.
Darf ich mit anderen Personen Inhalte erstellen?
Bei Fansly dürfen Inhalte mit weiteren Personen laut Anbieter erst nach Freigabe erscheinen; dafür gibt es unterschiedliche Verfahren für Creator mit Konto und andere Mitwirkende. Bei Big7 geben Sie Namen und Ausweisnummern aller Mitwirkenden an und holen vorher deren ausdrückliche schriftliche Erlaubnis ein.
Brauche ich als Creator ein Gewerbe?
Dazu gibt es keine einheitliche Antwort. Fachquellen ordnen die Einnahmen unterschiedlich ein, manche als Gewerbe, andere je nach Tätigkeit auch als freiberuflich. Klären Sie das vor dem Start mit einer Steuerberatung. Die Hintergründe stehen in unserem Ratgeber zu Steuern, Gewerbe und Impressum.
Kann ich als Creator anonym bleiben?
VXModels erlaubt laut Anbieter einen Künstlernamen; daraus folgt keine Garantie für Anonymität. Gegenüber Fansly, Big7 und CAM4 müssen Sie Ihre Identität nachweisen. Mehr zum Schutz Ihrer Privatsphäre lesen Sie in unserem Ratgeber zur Sicherheit.